Trailer
Musik
„Mit Keno ist es so ein Wow-Effekt. Er hat eine Vision! Er möchte gerne die Genren zusammenbauen, aber total grenzenlos, ohne dass man das eigentlich merkt. Er ist einfach jemand, der die Musik liebt.“
– Nils Landgren
„Klangwelten verbinden sich erfolgreich im Keno Harriehausen Quartet – ein neuer Vorschlag für die oft knifflige Überbrückung des Kammerjazz… eine Gruppe exzellenter Musikerinnen und Musiker.“
– Downbeat, Josef Woodard
Lineup
Kārlis Auziņš (LV) – Saxofon
Maya Fridman (NL) – Violoncello
Thomas Kolarczyk (DE/PL) – Kontrabass
Keno Harriehausen (DE) – Piano & Komposition
There for you
Es wurden bereits viele Versuche unternommen, Jazz und Klassik zu einer neuen Musik zu verbinden. Sie reichten von nicht immer glücklichen Kollaborationen Bartóks, Hindemiths und Stravinskys mit Jazz-Orchestern über die viel zu theoretischen Experimente des Third Stream um Gunther Schuller bis zu verschiedenen Ausprägungen eines an der europäischen Klassik geschulten Chamber Jazz. Das Problem all dieser gut gemeinten Fusionsversuche bestand darin, dass es meist ausschließlich um die Lösung eines musikalischen Problems ging, nicht aber um eine Geschichte, die ursächlich über die Musik hinausführen würde. Der Leipziger Pianist, Komponist und Bandleader Keno Harriehausen beschreitet auf seinem dritten Album „There For You“ genau den umgekehrten Weg. Er stellt die menschliche Erfahrung über die Theorie, erzählt mit seiner Musik aus dem Leben und lässt den Zuhörer ein in eine Klangwelt, die allen komplexen Einflüssen zum Trotz, ausgesprochen persönlich und nahbar bleibt.
Schon auf seinen ersten beiden Alben „Keno Harriehausen Quartet“ (2019) und „Shapes Of Now“ (2022) fiel der musikalische Grübler durch seine außerordentliche Gedankentiefe auf, in die er seine Hörer unweigerlich mitnahm. Die Musik des Leipzigers funktionierte wie in Klang gegossener Existenzialismus. Auf „There For You“ werden diese Parameter durch eine Art selbstläufiger Lebendigkeit angereichert, die nicht nur aus der immer authentischeren Verbindung von Klassik und Jazz erwächst, sondern auch aus der unvorhersehbaren Logik des Lebens selbst und den immer neuen Herausforderungen und Versprechen in die Zukunft, die daraus entspringen. So ist „There For You“ seinem neugeborenen Kind gewidmet und gleichzeitig eine Danksagung an die Menschen, die für ihn und seine Familie medizinisch und menschlich da waren, als sie darauf angewiesen waren.
Als Komponist hatte Harriehausen schon vorher eine unverwechselbare Handschrift entwickelt. Die subtile Schichtung und Osmose von komplett unterschiedlichen Kultur- und Traditionsebenen sind ihm geblieben, ebenso sein Sinn für Präzision und Gründlichkeit. Angereichert werden diese künstlerischen Grundwesensmerkmale auf „There For You“ nun durch einen expressiven Mitteilungsdrang, der ein reiches Gefühls- und Erfahrungsspektrum von Dankbarkeit über Demut bis pure Freude spiegelt. All diese Zustände, Haltungen und Erfahrungen durchlebt man auf diesem Album gemeinsam mit dem Komponisten und Pianisten auch als Hörer.

Kompositorisch geht Harriehausen an die Grenzen des Möglichen in der Verbindung einer äußeren Überwindung tradierter Fusionsmodelle von Jazz und Klassik und einer inneren Katharsis. In diesem Prozess bilden Improvisation und Komposition keinen Dualismus mehr, sondern verschmelzen zu ein und demselben Prinzip. Harriehausen hat nicht nur sein eigenes Vokabular entwickelt, sondern auch eine autonome Grammatik, in der sie zur Geltung kommt. Dabei greift er auf Ideen und Haltungen zurück, die durchaus bereits in der klassischen Musik angelegt, nur aufgrund fehlender Dokumentationsmöglichkeiten in der früheren Vergangenheit heute nicht mehr abrufbar sind. Bach, Mozart, Liszt und andere Komponisten waren herausragende Improvisatoren, und das nicht nur im Komponierstübchen, sondern auch auf der Bühne. Harriehausen folgt damit einer Tradition, die weit älter und substanzieller ist als alle Versuche einer Verbindung von Klassik und Jazz. „Ich sehe mich nicht als Jazzmusiker, der da auch noch etwas anderes, die Klassik, angeht, sondern folge meiner eigenen Sprache, die sich logisch zwischen beidem entwickelt. Sie hilft mir genau das zum Ausdruck zu bringen, was für mich Bedeutung hat.“
Dabei gelingt Harriehausen der schwierige Spagat, seinen Hörern eine ganz konkrete Geschichte zu erzählen, ihnen aber die Freiheit zu lassen, seine Schilderungen ihrerseits in einen ganz persönlichen Kanon von Impressionen und Erfahrungen zu übersetzen. Er überträgt das Leben mit viel Feingefühl in Kunst, wird dabei zum Regisseur, der mit seinen Stücken Szene an Szene reiht, und trotzdem ganz genau weiß, dass er loslassen muss, weil seine Musik in dem Moment, in dem er sie an den Hörer weitergibt, nicht mehr ihm, sondern allein dem Hörer gehört. Diese Scharniere zwischen Sender und Empfänger sind in der Musik präzise austariert. „Ich will meine Musik nicht eingeordnet oder definiert wissen“, so Harriehausen. „Meine Erfahrungen, die ich teils bewusst, teils unbewusst verarbeite, werden für eine außenstehende Person immer eine Projektion bleiben. Musik transportiert, wenn man offen und sensibel dafür ist, für den kurzen Moment der Erfahrung eine Art von Wahrheit, wie ich sie nie in Worte fassen könnte.“

„There For You“ ist kein Spotify-Steinbruch, aus dem man einzelne Stücke herauslösen kann oder dessen Reihenfolge zu ändern sinnstiftend wäre. Um seine Emotionen so kraftvoll wie möglich weiterzugeben, beginnt Harriehausen auf dem Album mit dem dramatischsten Stück „Nachtgewitter“ Wenn man die Fulminanz dieses Openers durchlebt hat, fühlen sich alle weiteren Stücke viel leichter an, bis der positive Ausklang des das Album abschließenden Titeltracks ein Gefühl absoluter Erlösung hinterlässt.
Obwohl es auf „There For You“ um eine ganz persönliche Entwicklungsreise des Pianisten und Komponisten geht, ist es kein Piano-Album mit Begleitband, sondern besticht mit einem äußerst homogenen Ensemble-Sound, in den sich das Klavier genauso einfügt wie Saxofon, Bass und Cello. Mit dem lettischen Saxofonisten Kārlis Auziņš, der niederländischen Cellistin Maya Fridman und dem deutschpolnischen Kontrabassisten Thomas Kolarczyk hat Harriehausen drei Mitverschworene gefunden, die sich auf das nuancierte Kammerspiel seiner musikalischen Erfindungen kongenial einlassen. Das filigrane Geflecht von „There For You“ ist gezielt für diese vier Beteiligten entstanden, die ihre sehr heterogenen musikalischen Einflüsse zu einem gemeinsamen Fokus bündeln.
Ja, „There For You“ ist Musik. Und doch ist diese Suite viel mehr als das. Denn dieses Album ist auch Erkenntnis und Aufbruch. Es ist ein Geschenk von Keno Harriehausen an seine Hörer und das Leben in seiner herausfordernden Pracht. Je öfter man es hört, desto größer der Gewinn.
— Wolf Kampmann
Bilder







„Es ist unmöglich nicht von der internationalen Natur des Quartets gepackt zu werden… Aufgeschlossenheit, Offenherzigkeit sind allumfassend…“
– LondonJazz News, Sebastian Scotney (UK)
„Musik mit ungeheurer Sogwirkung… “
– ZDF Kultur
„ … (ein) expressiver Vorstoß für deutschen Jazz … “
– Jazznyt, Niels Overgård (DK)
„Diese Musik ist welthaltig und unhermetisch. Daraus entwickelt sie ihr Alleinstellungsmerkmal.“
– Leipziger Volkszeitung, Ulrich Steinmetzger
„Die Musik verströmt einen großen Sog und einen großen Zauber…“
– Deutschlandfunk Kultur, Matthias Wegner
„… Eintauchen in die glückselige Betrachtung der wunderschönen musikalischen Landschaften des Quartetts.“
– Donos kulturalny, Krzysztof Komorek (PL)
„.. ein Grenzgänger zwischen den musikalischen Welten… er hat ein gewaltiges musikalisches Sprachrohr entwickelt.“
– NDR Info, Felix Tenbaum
„ein erstaunlicher Brückenschlag zwischen Jazz und Klassik.“
– Bayrischer Rundfunk, Bernhard Jugel
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